Von 1816 bis 1866 hatten die Remscheider Schützen kein immobliles Vereinseigentum. Für die Zusammenkünfte, Versammlungen und Vorstandssitzungen diente die Gaststätte "Pattberg" am Remscheider Markt als Bruderhaus. aktieIm Jahre 1861 beschloss man in einer Generalversammlung den Erwerb des damaligen Schützenfeldes, dem jetzigen Theodor-Heuss-Platzes (Rathausplatz). Finanziert wurde dieser Kauf durch die Ausgabe von 900 Aktien im Betrage von 5 Thalern, die an die Mitglieder, Freunde und Gönner des Vereins verkauft wurden. In den folgenden Jahren wurden diese je nach finanzieller Situation vom Verein zurückgekauft.

Erst im Jahr 1865 beschloss die Generalversammlung den Bau der Schützenhalle. Zum Schützenfest 1868 konnten die Remscheider Schützen dann erstmalig vollständig über ihr Eigentum verfügen.
Zehn Jahre später ging es dem Verein finanziell nicht gut, so das man das Schützenfeld, allerdings nicht die Schützenhalle an die Stadt verkaufte, allerdings wurde vertraglich ein Nutzungsrecht des Schützenfeldes für eine jährliche Gebühr von 900,00 Mark verescheidkleininbart, um dort das Schützenfest ausrichten zu können.

Ab dem Jahre 1887 drängte die Stadt darauf auch die Schützenhalle samt Grundstück an die Stadt zu verkaufen, da man der Meinung war, das dieser Standort ein würdiger Platz für ein neues Rathaus sei. Im Jahre 1900 wurden daher dem Verein konkrete Vorschläge über das weitere Vorgehen gemacht. am 20. September 1900 wurden die Pläne für den Bau eines Schützenhauses am Stadtpark vorgelegt, die von der Generalversammlung angenommen wurden.
Ferner wurde in dem Vertrag unter §4 der Bau einer Stadtparkhalle vereinbart. Die Grundsteinlegung hierfür war am 27. August 1901. Die Einweihung erfolgte im Mai 1902. Das neue Schützenhaus am Stadtpark wurde hallekleinmit einem feierlichen Akt am 28.06.1902 eingeweiht. Mit der Vertragsunterzeichnung am 10.07.1902 wurde dann auch die Nutzungsregelung der Stadtparkhalle und des Schützenplatzes durch die Schützen für das Schützenfest endgültig bestätigt. Mit diesem Akt schwand auch das Interesse von Rat und Veraltung der Stadt Remscheid am Remscheider Schützenverein.

In den folgenden Jahren erlebten die Schützen viel schöne und in den Kriegszeiten auch schlechte Jahre. Der Abbruch der Stadtparkhalle im Jahre 1960 führte zu erheblichen Spannungen zwischen der Stadt Remscheid und Schützenverein, da nun ein Gebäude, an dem der Verein seit 1902 Nutzungsrechte besaß, einfach beseitigt worden war, ohne vorher eine Übereinkunft mit dem Schützenverein erzielt zu haben. Zwar versichte die Stadt dem Verein eine Lösung zu hinsichtlich eines Neubaus oder der Erweiterung des bestehenden Schützenhauses, aber beides wurde nicht in die Tat umgesetzt. Während der heftigen Diskussionen stellte sich zudem heraus, das die Stadt Grundstücksteile des 1878 und 1900 gekauften ehemaligen Schützengeländes einfach verkauft hatte, was in den beiden Verträgen ausdrücklich ausgeschlossen worden war. Dies hatte zur Folge das die Mitgliederversammlung im Jahre 1964 einem Rechtsstreit gegenüber der Stadt zustimmte. shauskleinEs folgten zähe Verhandlungen und Streitigkeiten, bis im Jahre 1965 endlich ein Kompromiss gefunden werden konnte. Das bestehende Schützenhaus wurde mit 2/3 Beteiligung der Stadt baulich vergrößert und zu seinem jetzigen Stand ausgebaut. Auch wurde am 15.10.1965 ein Folgevertrag zwischen der Stadt Remscheid und dem Schützenverein nach den Verträgen von 1878 und 1900 geschlossen, der ein neues und gutes Verhältnis mit der Stadt Remscheid wieder herstellte.
Allerdings ist der Verein in der heutigen Zeit auch nicht von allen Sorgen befreit. So ist es nun mal Stand der Dinge, das so ein nunmehr über 100 Jahre altes Haus hier und da renovierungsbedürftig ist. Die Kosten für diese Maßnahmen muss ein Verein in der heutigen Zeit erst einmal erwirtschaften.